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7.4.2020 - lag befürchtet: Die Corona-Krise kann für Tageseltern existenzbedrohende Auswirkungen haben

Kinderbetreuung durch Tageseltern ist eine bedeutende Säule in der Betreuungslandschaft. Tagespflegepersonen haben den gleichen Bildungsauftrag wie Kitas. Durch ihre zeitlich flexiblen Betreuungsangebote bilden sie eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Eltern auch zu Zeiten, in denen weder Schulen noch Kitas geöffnet haben, erwerbstätig sein können. Vor allem für Alleinerziehende, die die ganze Betreuungsverantwortung für ihre Kinder allein stemmen müssen, ist die bedarfsgerechte Betreuung durch Tageseltern existentiell wichtig. Zudem wird die Kindertagespflege vor allem für sehr kleine Kinder von vielen Eltern als familiäres Betreuungsmodell geschätzt.

In Zeiten von Corona mussten im Zuge eines Infektionsschutzes nicht nur die Kitas, sondern auch die selbständigen Tagespflegepersonen, die im eigenen Haushalt oder angemieteten Räumen Kinder betreuen, ihre Tagespflegestelle schließen. Diese Situation ist für die Tagespflegepersonen sehr unsicher und führt zu großer Sorge bei ihnen. Zum Teil erhalten sie weiter ihr "Honorar", obwohl sie keine Kinder betreuen. In den Satzungen der zuständigen Kommunen gibt es zu der aktuellen Situation jedoch meist keine Regelungen, auch nicht darüber, ob Tageseltern später Gelder zurückzahlen müssen. Wenn Tagespflegepersonen also noch Geldleistungen beziehen, können sie nach derzeitigem Erkenntnisstand aber auch keine finanziellen Entschädigungen erhalten, die andere Selbstständige durch die Corona-Krise beantragen können. Wenn die Zahlung noch weitergeführt wird, bekommen die Tagespflegepersonen diese "freien" Tage jedoch als Urlaubszeit berechnet. Bei einer möglichen Verlängerung des Betreuungsverbotes reichen auch diese Tage dann irgendwann nicht mehr aus. Das Risiko des Betreuungsausfalls liegt somit überwiegend bei den Tageseltern. Bezeichnend ist auch, dass es wieder um ein Berufsfeld geht, welches überwiegend von Frauen ausgeübt wird. Nach Informationen des niedersächsischen Kindertagespflegebüros gibt es viel Verunsicherung sowohl bei Tagespflegepersonen als auch bei den Fachberatungen zu diesem Thema.

Die gesamte Situation führt dazu, dass Tagespflegepersonen sich um ihre Zukunft sorgen und zu befürchten ist, dass so manche sich beruflich anders ausrichten, was gravierende Auswirkungen auf die Situation in der Kinderbetreuung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hätte. Die Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbüros (lag) fordert: Im Zuge der Gleichbehandlung von den Betreuungsformen Kita und Kindertagespflege dürfen die Tagespflegepersonen nicht in eine Existenznot gebracht werden. Das Risiko, wichtige Betreuungsplätze zu verlieren, kann sich die öffentliche Hand nicht leisten. Kommunen sollten den Tagespflegepersonen schon jetzt die Weiterzahlung der Bezüge zusichern, zumal das Land Niedersachsen die Landesmittel für das Betreuungsangebot Kindertagespflege weiter an die Kommunen fließen lassen wird, auch wenn die Betreuung nicht stattfinden kann.

 

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