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8.3.2020 - Aufruf zum Internationalen Weltfrauentag: Frauen solidarisiert Euch!

"Männer und Frauen sind gleichberechtigt". So steht es seit 1949 im Grundgesetz (Art. 3, Abs. 2).

Es war 1948/49 keinesfalls selbstverständlich, dass die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen wird. Im Parlamentarischen Rat sah es zu Beginn nicht danach aus, dass die Formulierung der Weimarer Republik: ‚Männer und Frauen haben dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten´ reformiert werden würde. Unter den zahlreichen Vätern des Grundgesetzes saßen lediglich vier Frauen: Elisabeth Selbert, Frida Nadig, Helene Weber und Helene Wessel. Diese vier Frauen, die heute als die vier Mütter des Grundgesetzes bezeichnet werden, waren von drei unterschiedlichen Parteien in das Gremium berufen worden und dementsprechend hatten sie unterschiedliche Auffassungen darüber, welche Rolle Frauen in der Bundesrepublik Deutschland einnehmen sollten. Alle vier Lebenswege waren durch zutiefst unterschiedliche Einflüsse geprägt und doch konnten sie ihre politischen Kräfte bündeln und für das großen Ziel Gleichberechtigung gemeinsam kämpfen und streiten. Sie waren solidarisch aufgrund ihres Frau-seins. Aus heutiger Sicht ist es bemerkenswert, dass vier so unterschiedlich geprägte und handelnde Frauen es geschafft haben, den für unsere Demokratie essentiellen Gleichberechtigungsgrundsatz ins Grundgesetz aufnehmen zu lassen. Das war nur mit vereinten Kräften und einer starken Solidarität erreichbar.

Was damals möglich war, müsste doch heute auch funktionieren; also die Solidarität von Frauen untereinander für ein bestimmtes Ziel: die Gleichberechtigung von Frauen und Männern! Auch heute kämpfen wir noch gegen strukturelle Benachteiligungen wie die angemessene politische Partizipation von Frauen oder den Gender Pay Gap. Wir kämpfen gegen Gewalt an Frauen, gegen die Rentenlücke von Frauen und für eine gleichberechtigte Stellung innerhalb unserer Gesellschaft. Allzu oft erleben wir, dass sich Frauen leider nicht miteinander solidarisieren, sondern – ganz im Gegenteil – ihre Positionen und Lebensentwürfe gegenseitig schwächen. "So finden sich beispielsweise im Bereich der Mutterschaft Begriffe wie "Rabenmutter" oder "Glucke". Beide Bezeichnungen sind negativ konnotiert und beschreiben jeweils einen gegenteiligen Lebens- bzw. Familienentwurf. Das Paradoxe an der Sache ist doch, dass wir offenbar noch nicht einmal Männer dafür brauchen, uns selbst als Teil dieser Gesellschaft, als die Hälfte vom Ganzen, zu schwächen", so lag-Vorstandsfrau Nadine Pasel. Wäre es nicht hilfreicher, wenn wir uns wieder für unser gemeinsames Ziel, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern einsetzen!? Ist es nicht eine tolle Vorstellung, dass wir uns wieder mehr auf die Gemeinsamkeiten, als auf die Unterschiede konzentrieren!? Können wir denn nicht einfach nach dem Motto "Leben und leben lassen" unsere eigene Vorstellung von Familie, von Karriere, von unserem Leben, leben!? Klingt doch gut, oder!? Also liebe Frauen, solidarisiert euch!


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