2015

18.09.2015 Niedersächsinnen auf der Bundeskonferenz gut vertreten

Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eröffnete die Konferenz und lobte: "Ich schätze die Arbeit der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten sehr. Ohne Sie wäre vieles nicht möglich. Aktuell ist die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen eine der größten Herausforderungen vor Ort. Besonders die Frauen und Kinder, die bei uns ankommen und Schutz suchen, sind durch Krieg und Gewalt schwer traumatisiert. Ich begrüße es sehr, dass Sie sich vor Ort dafür stark machen, dass auf die Bedürfnisse dieser Frauen so gut es geht Rücksicht genommen wird. Dazu gehört eine angemessene Unterbringung ebenso wie der Zugang zu speziellen Beratungsangeboten. Dies ist nur ein Beispiel, wie sehr Ihre Arbeit gebraucht wird. Sie unterstützen, wo Frauen ganz konkrete Hilfe suchen."

Viele Frauen und Mädchen fliehen, weil sie in ihren Heimatländern als Teil der Kriegsführung vergewaltigt wurden. Auch auf der Flucht werden sie häufig Opfer sexueller Gewalt. Diese Frauen und Mädchen brauchen in Deutschland besondere Hilfesysteme, um die erlebten Traumata bewältigen zu können. Sie brauchen Schutz vor Gewalt und vor sexuellen Übergriffen in Gemeinschaftsunterkünften. Darüber hinaus brauchen sie niedrigschwellige Angebote zur Gesundheitsversorgung. Außerdem sind für sie spezielle Bildungsangebote erforderlich, die berücksichtigen, dass viele von ihnen nicht lesen und schreiben können.

Die Teilnehmerinnen der Bundeskonferenz forderten, die freiwerdenden Mittel aus dem Betreuungsgeld in den Ausbau der Kindertagesstätten fließen zu lassen. Moderne Familienpolitik braucht eine gute Infrastruktur der Kinderbetreuung. Fehlt sie vor Ort, führt dies dazu, dass vor allem Mütter beruflich zurücksteckten. Die Folgen: Fachkräftemangel, schlecht bezahlte Minijobs, niedrige Renten, Altersarmut. Das kann nur durch mehr Kitaplätze und eine gerechtere Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen verhindert werden. "Immer mehr Väter wollen weniger arbeiten, sie wollen mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen", so die lag-Vorstandsfrauen.

Gleichstellungsbeauftragte sollen die ganze Palette der gesellschaftlich wichtigen gleichstellungspolitischen Themen abdecken, fachlich immer auf dem neuesten Stand sein und nachhaltig dafür sorgen, Gleichberechtigung vor Ort professionell umzusetzen. Das Profil ihrer Arbeit entspricht dem einer Managerin und damit einer Führungsposition. Gleichstellungsbeauftragte fördern mit ihrer Arbeit eine Gesellschaft der Chancengleichheit. Dadurch erhöht sich auch der wirtschaftliche Erfolg für Alle! "Gleichstellungsbeauftragte sind für diese Aufgabe mit ausreichen personellen und finanziellen Mitteln auszustatten", forderten die Teilnehmerinnen der Bundeskonferenz.

Foto Niedersächsinnen web

Foto: Silke Gardlo
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